TEXTILWISSEN · DRUCKVERFAHREN
DTF, DTG, Siebdruck, Flex, Flock oder Stickerei? Das passende Verfahren entscheidet darüber, wie detailreich ein Motiv wirkt, wie sich die Oberfläche anfühlt, welche Textilien geeignet sind und ab welcher Auflage eine Produktion wirtschaftlich wird. Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede und hilft dir, dein Textilprojekt realistisch einzuordnen.
Ein Verfahren, das für ein einzelnes Fotomotiv auf einem Baumwollshirt ideal ist, kann bei 500 identischen Vereins-Shirts unnötig aufwendig sein. Umgekehrt eignet sich ein wirtschaftlicher Seriendruck nicht automatisch für wechselnde Namen, kleine Stückzahlen oder ein großes Farbmotiv auf Funktionspolyester.
Deshalb gibt es kein grundsätzlich bestes Textilverfahren. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Textil, Motiv, Stückzahl, gewünschter Haptik, Beanspruchung, Personalisierung und Budget. Auch die konkrete Kombination aus Maschine, Tinte, Folie, Klebstoff und Vorbehandlung beeinflusst das Ergebnis.
Das Wichtigste in Kürze
- DTF ist vielseitig, detailreich und für viele Textilien geeignet. Das Motiv liegt als fühlbare Transferschicht auf dem Stoff.
- DTG druckt direkt auf das Textil und spielt seine Stärken besonders bei Baumwolle, Fotos, Farbverläufen und kleinen Auflagen aus.
- Siebdruck benötigt eine separate Druckform je Farbe, wird aber bei größeren identischen Auflagen zunehmend interessant.
- Flex eignet sich für klare einfarbige Formen, Namen und Nummern. Flock ergänzt eine samtige, deutlich fühlbare Oberfläche.
- Stickerei wirkt hochwertig und robust, benötigt aber ein fachgerecht angelegtes Stichprogramm und eine passende Stabilisierung.
- Sublimation ist ein wichtiger Spezialfall für helle Polyestertextilien und Sportbekleidung.
- Meteor-Medien prüft für jedes Projekt, welches Verfahren beziehungsweise welcher Produktionsweg technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Sieben Fragen vor der Wahl des Textilverfahrens
Die Verfahrenswahl sollte nicht erst nach Fertigstellung der Druckdaten erfolgen. Wer die folgenden Punkte früh klärt, vermeidet unnötige Anpassungen und erhält ein Ergebnis, das zur späteren Nutzung passt.
1. Aus welchem Material besteht das Textil?
Baumwolle, Polyester, Mischgewebe, Softshell, Fleece und dehnbare Funktionsware reagieren unterschiedlich auf Hitze, Druck, Vorbehandlung und Farbe. Nicht jede Folie oder Tinte ist für jedes Material freigegeben. Beschichtungen, wasserabweisende Ausrüstungen und Stretchanteile können Haftung und Verarbeitung zusätzlich verändern.
2. Wie sieht das Motiv aus?
Ein Foto mit Farbverläufen stellt andere Anforderungen als eine einfarbige Rückennummer. Anzahl der Farben, feine Details, Transparenzen, kleine negative Elemente und die Größe geschlossener Farbflächen beeinflussen die sinnvolle Technik.
3. Wie viele Textilien werden benötigt?
Bei kleinen Mengen sind digital arbeitende Verfahren häufig attraktiv, weil keine oder nur geringe motivabhängige Einrichtung anfällt. Im Siebdruck verteilt sich die Einrichtung auf die Auflage. Eine pauschale Stückzahlgrenze wäre dennoch unseriös: Motivgröße, Farbanzahl, Textil, Druckposition und Produktionsbetrieb verändern den wirtschaftlichen Schnittpunkt.
4. Sind alle Motive identisch?
Namen, Nummern oder wechselnde Motive sprechen häufig für digitale Transfers oder geplottete Folien. Bei einer großen Anzahl vollständig identischer Motive kann dagegen der Siebdruck seine Stärke ausspielen.
5. Wie soll sich das Motiv anfühlen?
DTG kann einen besonders weichen Griff ermöglichen. DTF und Flex bilden eine spürbare Schicht. Flock ist samtig und erhaben. Stickerei besitzt eine textile, plastische Struktur. Gerade bei großen Motiven ist die Haptik entscheidend, weil eine geschlossene Fläche Atmungsaktivität und Fall des Stoffes beeinflussen kann.
6. Wie stark wird das Textil beansprucht?
Arbeitskleidung, Sportbekleidung, Merchandise und ein einmal getragenes Eventshirt benötigen unterschiedliche Lösungen. Waschtemperatur, Trockner, Reibung, Schweiß, Dehnung und Industriewäsche müssen bereits bei Material- und Verfahrenswahl berücksichtigt werden.
7. Welcher Zeit- und Kostenrahmen besteht?
Neben dem eigentlichen Druck zählen Datenaufbereitung, Sieberstellung, Entgittern, Einspannen, Farbwechsel, Pressvorgänge und Qualitätskontrolle. Der günstigste Stückpreis ist deshalb nicht automatisch die wirtschaftlichste Gesamtlösung.
DTF: vielseitiger Transferdruck für detailreiche Motive
DTF steht für Direct to Film. Das Motiv wird zunächst spiegelverkehrt auf eine spezielle Transferfolie gedruckt. Systeme mit Weißtinte erzeugen dabei eine Deckschicht, damit Farben auch auf dunklen Textilien sichtbar bleiben. Anschließend wird ein Schmelzkleber aufgetragen, vorfixiert und das Motiv mit einer Transferpresse auf das Textil übertragen.
Stärken von DTF
- mehrfarbige Motive ohne separate Folie je Motivfarbe
- feine Details, kleine Schriften und Farbverläufe möglich
- auch auf dunklen Textilien einsetzbar
- für viele Baumwoll-, Polyester- und Mischgewebe geeignet
- kleine Auflagen und wechselnde Motive gut realisierbar
- Transfers können vorbereitet und später bedarfsgerecht verpresst werden
Grenzen von DTF
Das Motiv bildet eine Transferschicht. Je größer und geschlossener die Fläche, desto deutlicher kann sie fühlbar sein und desto weniger Luft gelangt durch diesen Bereich. Auch die Materialeignung ist systemabhängig: Folie, Kleber, Presszeit, Temperatur und Druck müssen zum Textil passen. Empfindliche oder beschichtete Stoffe benötigen deshalb eine Prüfung.
Passend für: farbige Logos, Illustrationen, Merchandise, kleine und mittlere Mengen, wechselnde Motive sowie viele Projekte mit gemischten Textilien.
DTG: Direktdruck für Fotos und einen weichen Griff
DTG bedeutet Direct to Garment. Ein Textildrucker trägt die Tinte unmittelbar auf das Kleidungsstück auf. Besonders bei dunklen Textilien ist meist eine Vorbehandlung notwendig. Sie unterstützt die Weißtinte, beeinflusst Farbwiedergabe und Waschbeständigkeit und muss kontrolliert aufgetragen werden. Nach dem Druck wird die Tinte durch Wärme fixiert.
Stärken von DTG
- Fotos, Farbverläufe und viele Farben ohne separate Druckformen
- geringer motivabhängiger Rüstaufwand
- Einzelstücke und kleine Auflagen wirtschaftlich umsetzbar
- vergleichsweise weicher Griff, besonders auf geeigneter Baumwolle
- Personalisierung und Motivvarianten gut planbar
Grenzen von DTG
DTG spielt seine klassische Stärke auf Baumwolle beziehungsweise baumwollreichen Textilien aus. Polyester und besondere Funktionsmaterialien benötigen speziell dafür entwickelte Tinten, Vorbehandlungen und Prozesse. Ergebnis und Beständigkeit hängen stark von Textilfarbe, Faser, Vorbehandlung, Weißunterlegung und Fixierung ab.
DTF oder DTG: Was ist der praktische Unterschied?
Beide Verfahren können mehrfarbige, detailreiche Motive ohne klassische Sieberstellung produzieren. Bei DTF entsteht jedoch ein separater Transfer, der auf dem Stoff liegt. DTG bringt die Tinte direkt auf beziehungsweise in die Textiloberfläche ein. Deshalb unterscheiden sich Haptik, Materialbandbreite und Produktionsablauf.
Für ein Fotomotiv auf einem hochwertigen Baumwollshirt kann DTG die angenehmere Lösung sein. Für dasselbe Motiv auf unterschiedlichen Textilien oder Mischgeweben kann DTF flexibler sein. Die Entscheidung sollte immer anhand des konkreten Textils und eines realistischen Motivformats getroffen werden.
Siebdruck: bewährte Qualität für identische Serien
Beim Siebdruck wird für jede Druckfarbe eine eigene Schablone beziehungsweise ein Sieb vorbereitet. Eine Rakel drückt die Farbe durch die offenen Stellen des Siebs auf das Textil. Mehrfarbige Motive werden nacheinander passgenau aufgebaut und anschließend getrocknet beziehungsweise fixiert.
Stärken des Siebdrucks
- bei größeren identischen Auflagen häufig wirtschaftlich
- kräftige, deckende Farben und definierte Volltöne
- Sonderfarben und verschiedene Effektfarben möglich
- sehr gute Reproduzierbarkeit innerhalb einer Serie
- je nach Farbsystem und Textil hohe Belastbarkeit
Grenzen des Siebdrucks
Mit jeder Motivfarbe steigen Datenaufbereitung, Sieberstellung und Einrichtungsaufwand. Kleine Auflagen oder laufend wechselnde Personalisierungen sind deshalb häufig weniger attraktiv. Fotomotive sind zwar über Raster und Farbseparationen möglich, benötigen aber eine fachgerechte Aufbereitung und eine kontrollierte Produktion.
Passend für: Vereinskleidung, Eventshirts, Merchandise und Unternehmensbekleidung mit größeren Mengen eines identischen Motivs.
Flexdruck: klare Formen, Namen und Nummern
Beim Flexdruck schneidet ein Plotter das Motiv aus einer glatten, meist einfarbigen Transferfolie. Nicht benötigte Folienbereiche werden von Hand oder maschinell entfernt. Dieser Arbeitsschritt heißt Entgittern. Das fertige Motiv wird anschließend unter Hitze und Druck auf das Textil gepresst.
Stärken von Flex
- ideal für Namen, Rückennummern und einfache Logos
- saubere Kanten und gleichmäßige Vollflächen
- viele Spezialfolien, etwa reflektierend oder metallic, verfügbar
- Einzelstücke und personalisierte Serien gut umsetzbar
- auf geeigneten Textilien belastbar und pflegeleicht
Grenzen von Flex
Fotos und komplexe Farbverläufe sind kein klassischer Anwendungsfall. Mehrere Farben erfordern getrennte Folien und zusätzliche Pressschritte. Sehr feine Linien, winzige Details und komplizierte Konturen erhöhen den Entgitteraufwand oder sind abhängig von der Folie technisch nicht sinnvoll.
Flockdruck: samtig, erhaben und auffällig
Flock wird häufig ähnlich wie Flex verarbeitet: Das Motiv wird aus einer Transferfolie geschnitten, entgittert und aufgepresst. Der entscheidende Unterschied ist die Oberfläche. Kurze Fasern erzeugen eine samtige, deutlich erhabene Struktur.
Stärken von Flock
- markante, textile Haptik
- wertige und plastische Wirkung
- gut für Schriften, Initialen, College- und Retrodesigns
- starke Deckkraft auf hellen und dunklen Textilien
Grenzen von Flock
Flock ist dicker und auffälliger als Flex. Feine Details und sehr kleine Schriften sind deshalb begrenzt. Für Fotos oder große, flächige Motive ist das Verfahren meistens nicht die passende Wahl. Auch hier gelten die Verarbeitungs- und Pflegevorgaben des konkreten Folienherstellers.
Stickerei: hochwertige textile Veredelung
Bei der Stickerei wird eine Grafik nicht einfach gedruckt. Sie muss zunächst in ein Stichprogramm übersetzt werden. Dieses sogenannte Digitalisieren definiert Sticharten, Stichrichtung, Dichte, Unterlage, Farbwechsel und Ablauf. Anschließend wird das Textil eingespannt und abhängig von Material und Motiv mit einem passenden Vlies stabilisiert.
Stärken der Stickerei
- hochwertige, plastische und textile Wirkung
- gut geeignet für Logos, Namen und Embleme
- häufig sehr strapazierfähig
- ideal für Poloshirts, Caps, Jacken und Berufsbekleidung
- keine geschlossene Folienfläche auf dem Stoff
Grenzen der Stickerei
Feinste Farbverläufe und fotografische Details lassen sich nicht wie im Digitaldruck reproduzieren. Große vollflächige Stickereien können schwer und steif wirken. Auf dünnem oder stark elastischem Material drohen Wellen und Verzug, wenn Stichdichte und Stabilisierung nicht passen. Kosten entstehen unter anderem durch Programmerstellung, Stichzahl, Farbwechsel, Einspannung und Maschinenlaufzeit.
Passend für: Unternehmenslogos, Poloshirts, Caps, Jacken, Gastronomie- und Arbeitsbekleidung sowie Projekte mit besonders hochwertiger Wirkung.
Sublimation: der Spezialfall für helles Polyester
Bei der Sublimation wird das Motiv spiegelverkehrt auf Transferpapier gedruckt. Unter Hitze geht die Farbe in einen gasförmigen Zustand über und verbindet sich mit geeigneten Polyesterfasern. Es entsteht keine zusätzliche Folien- oder Farbschicht auf der Oberfläche.
Stärken der Sublimation
- kein spürbarer Farbauftrag
- sehr gut für Farbverläufe, Fotos und vollflächige Designs
- ideal für viele Sport- und Funktionstextilien aus Polyester
- Motiv kann sich mit dem Material dehnen
Grenzen der Sublimation
Das Verfahren benötigt geeignete Polyesterfasern beziehungsweise entsprechend beschichtete Materialien. Es funktioniert besonders auf hellen Grundlagen, weil klassische Sublimation keine deckende Weißtinte aufbringt. Dunkle Baumwollshirts sind deshalb kein typischer Anwendungsfall.
Textilverfahren im direkten Vergleich
| Verfahren | Besonders geeignet für | Haptik | Typische Mengensituation | Wichtige Grenze |
|---|---|---|---|---|
| DTF | mehrfarbige Details auf vielen Textilien | fühlbare Transferschicht | klein bis mittel, Varianten möglich | große Flächen weniger atmungsaktiv |
| DTG | Fotos und Verläufe auf geeigneter Baumwolle | vergleichsweise weich | Einzelstücke und kleine Auflagen | Material und Vorbehandlung entscheidend |
| Siebdruck | identische Serien und definierte Vollfarben | vom Farbsystem abhängig | mit wachsender Auflage attraktiver | Einrichtung je Farbe |
| Flex | Namen, Nummern und klare Logos | glatt und fühlbar | Einzelstücke und Personalisierung | keine klassischen Fotomotive |
| Flock | Schriftzüge und College-Look | samtig und erhaben | kleine personalisierte Serien | begrenzte Feindetails |
| Stickerei | Logos auf Polos, Caps und Jacken | textil und plastisch | kleine bis größere Serien | Stichprogramm und Stabilisierung |
| Sublimation | helle Polyester- und Sporttextilien | nicht spürbar | Einzelstücke bis Serien | kein klassischer Druck auf dunkler Baumwolle |
Diese Einordnung ersetzt keine Materialprüfung. Ein Hersteller kann für seine Folie, Tinte oder sein Garn andere Textilfreigaben, Temperaturen und Pflegegrenzen angeben. Maßgeblich ist immer der konkrete Produktionsaufbau.
Welches Verfahren passt zu welchem Einsatz?
Einzelstück oder persönliches Geschenk
Für ein einzelnes farbiges Motiv kommen häufig DTF oder DTG infrage. Ein Name oder eine klare Nummer lässt sich gut mit Flex umsetzen. Eine kleine hochwertige Initiale kann sich für Stickerei eignen.
Vereins- und Teambekleidung
Identische Sponsorenlogos und eine größere Auflage können für Siebdruck sprechen. Individuelle Namen und Nummern werden häufig ergänzend mit Flex oder DTF umgesetzt. So lassen sich Verfahren innerhalb einer Produktion sinnvoll kombinieren.
Unternehmens- und Arbeitskleidung
Für kleine Brustlogos auf Polos, Westen und Jacken ist Stickerei eine wertige Option. Bei großen Rückenmotiven können Siebdruck, DTF oder eine Kombination sinnvoller sein. Bei Schutz- oder Warnkleidung sind ausschließlich freigegebene Positionen und Materialien zu verwenden.
Merchandise und Veranstaltungen
Für kleine Testmengen und mehrere Motive bieten sich digitale Verfahren an. Steht nach dem Test ein Bestseller fest, kann eine größere identische Serie im Siebdruck wirtschaftlicher werden.
Sport und Funktion
Helle Polyestertextilien können für Sublimation prädestiniert sein. Für Namen, Nummern und Sponsorenlogos kommen je nach Material auch spezielle Flex- oder DTF-Systeme infrage. Elastizität, Atmungsaktivität und Pflegebeanspruchung müssen dabei gemeinsam geprüft werden.
Was beeinflusst den Preis?
Der Preis entsteht nicht nur aus der Stückzahl. Je nach Verfahren wirken unterschiedliche Kostentreiber:
- DTF: Motivfläche, Weißtinte, Kleber, Transferbelegung, Presspositionen und Textil
- DTG: Druckfläche, Weißtinte, Vorbehandlung, Textilfarbe, Druckmodus und Fixierung
- Siebdruck: Farbanzahl, Separation, Siebe, Einrichtung, Auflage, Reinigung und Sonderfarben
- Flex und Flock: Folienfläche, Konturkomplexität, Entgitterzeit, Farbanzahl und Pressschritte
- Stickerei: Programmerstellung, Stichzahl, Farbwechsel, Einspannung, Materialzugang und Maschinenzeit
Deshalb lässt sich kein seriöser Preisvergleich ausschließlich über die Verfahrensbezeichnung erstellen. Für eine belastbare Einschätzung benötigt Meteor-Medien mindestens Textilart, Stückzahl, Motiv, Druckgröße, Farben und gewünschte Position.
Haltbarkeit und Pflege: keine pauschale Rangliste
Aussagen wie „hält 50 Wäschen“ sind nur belastbar, wenn sie sich auf ein konkretes geprüftes System beziehen. Waschbeständigkeit hängt unter anderem von Textil, Tinte, Kleber, Folie, Garn, Vorbehandlung, Pressparametern und Pflege ab. Die Norm ISO 6330 beschreibt standardisierte Wasch- und Trocknungsverfahren für textile Prüfungen, ersetzt aber nicht die Pflegekennzeichnung des fertigen Produkts.
Für den Alltag gelten unabhängig vom Verfahren häufig schonende Grundregeln: Pflegeetikett beachten, bedruckte Textilien auf links waschen, aggressive Bleichmittel vermeiden und nicht direkt über Druck oder Stickerei bügeln. Ausführliche Hinweise findest du in unserem Ratgeber Bedruckte Kleidung richtig waschen.
Welche Druckdaten werden benötigt?
Die ideale Datei hängt vom Verfahren ab. Logos, Namen und Flexmotive sollten möglichst als saubere Vektorgrafik vorliegen. Für DTF und DTG können hochauflösende Pixeldateien mit transparentem Hintergrund sinnvoll sein. Im Siebdruck müssen Farben separierbar und eindeutig definiert sein. Für Stickerei wird aus der Gestaltung ein Stichprogramm erstellt; die normale Grafikdatei ist deshalb nur die Ausgangsbasis.
- Motiv in endgültiger Form und mit transparentem Hintergrund liefern
- gewünschte Druckbreite oder Druckhöhe angeben
- Schriften in Pfade umwandeln oder verwendete Fonts mitliefern
- unnötige Effekte, Schatten und unsaubere Freisteller vermeiden
- Farbangaben und gewünschte Sonderfarben nennen
- Textilmodell, Farbe, Größen und Positionen eindeutig zuordnen
Mehr zur Dateiwahl erklärt unser Beitrag PNG, JPG, SVG oder PDF?. Für die passende Motivgröße und Position hilft der Ratgeber T-Shirt-Motiv richtig platzieren. Ist die Datei noch nicht produktionsfertig, kann der Meteor-Medien-Designservice bei Aufbereitung und Gestaltung unterstützen.
Nachhaltigkeit und Zertifikate richtig einordnen
Keines der Verfahren ist automatisch die nachhaltigste Lösung. Entscheidend sind unter anderem Textil, Lebensdauer, Chemikalien, Energiebedarf, Ausschuss, Transport, Auflage und tatsächliche Nutzung. Eine kleine bedarfsgerechte Produktion kann Überbestände vermeiden; eine langlebige Großserie kann pro Teil sehr effizient sein.
Auch Zertifikate müssen korrekt gelesen werden. Der OEKO-TEX ECO PASSPORT bewertet Chemikalien, Farbmittel und Hilfsmittel. OEKO-TEX STANDARD 100 betrifft dagegen das geprüfte Textilerzeugnis. Ein zertifiziertes Verbrauchsmaterial macht nicht automatisch das komplette fertige Kleidungsstück zertifiziert. Die ZDHC Manufacturing Restricted Substances List beschränkt problematische Chemikalien in der Produktion, ist aber ebenfalls keine pauschale Produktaussage.
Achtung bei Warn- und Schutzkleidung
Druck und Stickerei können die Schutzwirkung eines Kleidungsstücks beeinflussen. Große Motive verringern sichtbare Warnflächen, Sticknadeln können Membranen durchdringen und ungeeignete Hitze kann Materialeigenschaften verändern. Bei persönlicher Schutzausrüstung und hochsichtbarer Warnkleidung dürfen daher nur freigegebene Positionen, Materialien und Verfahren verwendet werden. Maßgeblich sind Herstellerangaben, die EU-Verordnung 2016/425 und – bei Warnkleidung – die Anforderungen der ISO 20471.
Häufige Fragen zu Textilverfahren
Welches Verfahren ist für Fotos geeignet?
DTG und DTF sind typische Optionen für Fotos und Farbverläufe. Auf hellem Polyester kann Sublimation besonders passend sein. Im Siebdruck sind Fotos über Rasterseparationen möglich, aber aufwendiger vorzubereiten.
Welches Verfahren fühlt sich am weichsten an?
DTG kann auf geeigneter Baumwolle einen besonders weichen Griff erzielen. Sublimation bildet auf geeignetem Polyester keine zusätzliche Oberflächenschicht. Das Ergebnis hängt dennoch von Textil, Farbauftrag und Motivfläche ab.
Was eignet sich für Namen und Rückennummern?
Flex ist dafür ein klassisches Verfahren. Je nach Motiv, Textil und gewünschter Optik können auch DTF oder Stickerei infrage kommen.
Ist Siebdruck erst ab einer festen Stückzahl sinnvoll?
Nein. Es gibt keine universelle Grenze. Motivgröße, Farbanzahl, Textil, Position und Einrichtung bestimmen, ab wann der Siebdruck gegenüber digitalen Verfahren wirtschaftlich wird.
Ist Stickerei immer haltbarer als Druck?
Nicht automatisch. Eine passende Stickerei ist sehr robust, kann aber auf ungeeignetem Material verziehen. Ein korrekt produzierter Druck kann ebenfalls lange halten. System, Textil und Pflege sind entscheidend.
Kann man mehrere Verfahren kombinieren?
Ja. Ein gesticktes Brustlogo kann beispielsweise mit einem gedruckten Rückenmotiv kombiniert werden. Bei Teamkleidung sind identische Logos im Siebdruck und individuelle Namen oder Nummern aus Flex eine verbreitete Kombination.
Fazit: Das Projekt entscheidet, nicht der Verfahrensname
DTF bietet große Material- und Motivflexibilität. DTG eignet sich besonders für detailreiche Direktdrucke und kleine Auflagen auf geeigneter Baumwolle. Siebdruck überzeugt bei wiederkehrenden Serien und definierten Farben. Flex ist stark bei klaren Personalisierungen, Flock bei samtiger Haptik und Stickerei bei hochwertigen textilen Logos. Sublimation ergänzt die Auswahl für helle Polyester- und Sporttextilien.
Für direkt gestaltbare Textilien findest du T-Shirts und Hoodies im Meteor-Medien-Druckshop.
Welche Lösung technisch und wirtschaftlich passt, lässt sich erst mit den konkreten Projektdaten beantworten. Nutze dafür den Meteor-Medien-Textil-Konfigurator. Dort kannst du Einsatzzweck, Textil, Motiv, Stückzahl und gewünschte Wirkung beschreiben. Meteor-Medien prüft anschließend die passende Umsetzung persönlich.
Welches Verfahren passt zu deinem Projekt?
Beschreibe Textil, Motiv, Menge und gewünschte Wirkung. Wir prüfen die technisch sinnvolle Umsetzung und melden uns persönlich.
Quellen und weiterführende Informationen
- Epson: Direct-to-Garment und Direct-to-Film
- Epson: Dye-Sublimation
- PRINTING United Alliance: Farbseparation im Siebdruck
- STAHLS: Flexfolie und Verarbeitung
- STAHLS: Flockfolie
- Madeira: Stickvlies und Stabilisierung
- ISO 6330: Wasch- und Trocknungsverfahren
- OEKO-TEX ECO PASSPORT
- ZDHC Manufacturing Restricted Substances List
- EU-Verordnung 2016/425 über persönliche Schutzausrüstung

