DRUCKWISSEN · TEXTILPFLEGE-RATGEBER
Das Lieblingsshirt kommt aus der Waschmaschine – und plötzlich wirkt der Druck blasser, zeigt feine Risse oder löst sich an einer Ecke. Das ist ärgerlich, aber nicht unvermeidbar. Mit der richtigen Pflege lassen sich bedruckte T-Shirts, Hoodies, Teamkleidung und andere veredelte Textilien deutlich schonender waschen.
Die oft zitierte Regel „immer bei 30 Grad waschen“ ist dabei nur ein Teil der Wahrheit. Entscheidend ist die Kombination aus Grundtextil, Druckverfahren und konkreter Pflegefreigabe. Ein DTG-Druck reagiert anders als eine Flexfolie, ein sublimiertes Motiv anders als eine Stickerei. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Regeln fast immer helfen, wo es wichtige Unterschiede gibt und was du tun kannst, wenn ein Motiv bereits erste Schäden zeigt.

Das Wichtigste in Kürze
- Drehe bedruckte Kleidung vor dem Waschen auf links.
- 30 °C sind ein sicherer Richtwert für eine möglichst schonende Pflege – aber keine allgemeingültige Höchsttemperatur für jedes Druckverfahren.
- Wähle einen Schon- oder Pflegeleichtwaschgang und überfülle die Trommel nicht.
- Verwende ein mildes, bleichmittelfreies Waschmittel in der richtigen Dosierung.
- Verzichte möglichst auf Weichspüler und Bleichmittel.
- Lufttrocknen ist für das Motiv meist schonender als der Wäschetrockner.
- Bügle niemals direkt über den Druck. Wenn Bügeln erlaubt ist, dann von links und mit niedriger Temperatur.
- Pflegeetikett und Hinweise des Druckdienstleisters gelten gemeinsam. Unterscheiden sie sich, wähle die jeweils schonendere Behandlung.

Die sichere Kurzform: Auf links drehen, bei 30 °C im Schonwaschgang waschen, mildes Waschmittel verwenden, auf Weichspüler verzichten, an der Luft trocknen und das Motiv nicht direkt bügeln.
Pflegeetikett oder Druckhinweis: Was gilt?
Das Pflegeetikett nennt die maximal zulässige Behandlung für das Kleidungsstück. Die Zahl im Waschsymbol ist also eine Höchsttemperatur und keine Aufforderung, genau bei dieser Temperatur zu waschen. Eine niedrigere Temperatur und eine schonendere Behandlung sind grundsätzlich möglich.
Bei bedruckter Kleidung kommt eine zweite Ebene hinzu: die Pflegefreigabe des Drucksystems. Ein Baumwollshirt kann beispielsweise laut Etikett bei 40 °C waschbar sein, während die verwendete Transferfolie für eine möglichst lange Haltbarkeit nur bei 30 °C gepflegt werden sollte.
Die belastbare Grundregel lautet deshalb:
Das Pflegeetikett setzt die Grenze für das Textil, die Pflegeanleitung des Veredlers für das Motiv. Sind die Angaben unterschiedlich, gilt die jeweils schonendere Behandlung.

Die Pflegesymbole und ihre Bedeutung erläutert GINETEX. Ein Strich unter dem Waschsymbol verlangt eine mildere Behandlung, zwei Striche eine besonders milde. Eine feste Schleuderdrehzahl lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Pauschale Angaben wie „höchstens 800 Umdrehungen“ sind deshalb keine allgemeine Norm.
Warum werden Aufdrucke rissig, blass oder lösen sich ab?
Beim Waschen wirken Wärme, Bewegung, Wasser und Waschmittel gleichzeitig. Jede dieser Belastungen kann das Textil reinigen – in zu hoher Intensität aber auch das Motiv beanspruchen.

Hitze
Heißes Wasser, ein warmer Trockner oder das direkte Bügeln können aufgebrachte Druckschichten und Klebeverbindungen belasten. Besonders Transferdrucke, Flex- und Flockfolien reagieren empfindlich, wenn die freigegebene Temperatur überschritten wird. Printful weist beispielsweise darauf hin, dass heißes Wasser bei DTF-Motiven kleine Risse begünstigen kann. Printful: Hinweise zu Druckverfahren
Mechanische Reibung
Das Motiv reibt während des Waschens an anderen Kleidungsstücken und an der Trommel. Reißverschlüsse, Knöpfe, harte Applikationen und eine zu volle Waschmaschine verstärken diese Belastung. Das Waschen auf links schützt die bedruckte Oberfläche vor einem Teil dieser direkten Reibung. Auch der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel empfiehlt, empfindliche Oberflächen durch Linkswaschen und geschlossene Reißverschlüsse zu schützen. IKW: Tipps zum schonenden Wäschewaschen
Bleichmittel, Weichspüler und falsche Dosierung
Vollwaschmittel können Bleichmittel enthalten. Sie sind für robuste weiße Wäsche gedacht, können Farben und manche Motive aber unnötig belasten. Für farbige bedruckte Kleidung ist ein bleichmittelfreies Color- oder Feinwaschmittel meist die passendere Wahl. Mehr Waschmittel macht die Wäsche nicht automatisch sauberer: Die Dosierung sollte sich an Wasserhärte, Verschmutzung und Herstellerangabe orientieren. Umweltbundesamt: Waschmittel richtig auswählen
Viele Druckanbieter raten außerdem von Weichspüler ab. Für einen verfahrensübergreifenden Ratgeber ist der Verzicht daher die sicherste Empfehlung.
Unzureichende Fixierung
Nicht jeder Schaden ist ein Pflegefehler. Wird DTG-Tinte nicht ausreichend thermisch fixiert oder ein Transfer nicht korrekt verpresst, kann sich das Motiv trotz schonender Wäsche früh verändern. Epson weist ausdrücklich darauf hin, dass unzureichend fixierte Tinte beim Waschen oder Reiben aus dem Textil austreten kann. Epson: Fixierung von Textiltinte
Wenn sich ein neuer Aufdruck bereits nach einer oder wenigen korrekt ausgeführten Wäschen stark ablöst, sollte deshalb auch die Produktion geprüft werden.
Bedruckte Kleidung waschen: Schritt für Schritt
1. Pflegehinweise kontrollieren
Prüfe vor der ersten Wäsche das eingenähte Pflegeetikett und zusätzliche Hinweise des Druckdienstleisters. Bei individuell bedruckten Textilien können solche Hinweise auf einem Beileger, einer Produktseite, der Rechnung oder einer Verpackung stehen.
Ist das Druckverfahren nicht bekannt, wähle die konservative 30-Grad-Routine aus diesem Artikel.
2. Kleidung auf links drehen
Ziehe das Kleidungsstück so um, dass das Motiv innen liegt. Dadurch wird die bedruckte Fläche weniger direkt an Trommel, Verschlüssen und anderen Textilien gerieben.
Schließe Reißverschlüsse und Klettverschlüsse. Wasche ein bedrucktes Shirt nach Möglichkeit nicht zusammen mit Textilien, die viele harte Beschläge besitzen.
3. Wäsche sinnvoll sortieren
Sortiere nach Farbe, Material und zulässiger Temperatur. Neue dunkle oder kräftig gefärbte Textilien können bei den ersten Wäschen überschüssige Farbe abgeben. Ähnliche Farben gemeinsam zu waschen, schützt deshalb nicht nur das Motiv, sondern das gesamte Kleidungsstück.
4. Trommel nicht überfüllen
Die Wäsche braucht ausreichend Raum, damit Wasser und Waschmittel zirkulieren können. Eine sehr volle Trommel erhöht Reibung und Knitterbildung. Als Orientierung sollte oben noch eine Handbreit Platz bleiben; maßgeblich sind jedoch die Beladungsvorgaben deiner Maschine und des gewählten Programms.
5. Temperatur und Programm wählen
Für normal verschmutzte bedruckte Freizeitkleidung sind 30 °C im Schon-, Fein- oder Pflegeleichtprogramm ein guter Ausgangspunkt. Wähle keine höhere Temperatur als die niedrigste Freigabe von Textil und Druck.
Ein sehr langes Intensivprogramm ist für leicht verschmutzte Shirts meist nicht nötig. Starke Flecken sollten möglichst gezielt und gemäß den Pflegehinweisen behandelt werden, statt das gesamte Kleidungsstück unnötig heiß zu waschen.
6. Mildes Waschmittel korrekt dosieren
Nutze bei farbigen Textilien ein bleichmittelfreies Color- oder geeignetes Feinwaschmittel. Orientiere dich bei der Menge an Wasserhärte, Beladung und Verschmutzungsgrad. Verzichte auf aggressive Fleckenmittel direkt auf dem Motiv, sofern deren Eignung nicht ausdrücklich bestätigt ist.
7. Wäsche zeitnah herausnehmen
Lass bedruckte Kleidung nach Programmende nicht lange feucht und zerknittert in der Maschine liegen. Nimm sie heraus, schüttle sie vorsichtig aus und ziehe das Kleidungsstück sanft in Form. Starkes Auswringen oder Verdrehen belastet Textil und Motiv.
8. An der Luft trocknen
Hänge das Kleidungsstück nach Möglichkeit im Schatten auf oder trockne es entsprechend dem Pflegeetikett liegend. Direkte, intensive Sonne kann Farben langfristig ausbleichen. Der Trockner sollte nur verwendet werden, wenn sowohl Textil als auch Druck ausdrücklich dafür freigegeben sind – dann möglichst mit niedriger Temperatur.
Du planst Teamwear, Merch oder Arbeitskleidung, die besonders häufig gewaschen wird? Im Textil-Konfigurator von METEOR-Medien kannst du „Oft waschbar“ oder „Besonders langlebig“ als Anforderung auswählen. Wir prüfen Textil, Motiv und Veredelung anschließend gemeinsam.
Darf bedruckte Kleidung bei 40 oder 60 Grad gewaschen werden?
30 °C sind keine magische Grenze, sondern eine verfahrensübergreifend vorsichtige Empfehlung. Ob 40 oder 60 °C möglich sind, hängt vom konkreten Produkt ab.

| Temperatur | Wann sie sinnvoll sein kann | Was zu beachten ist |
|---|---|---|
| 20–30 °C | normal verschmutzte Freizeit-, Team- und Merchkleidung | schont Textil, Farbe und viele Drucksysteme |
| 40 °C | stärker verschmutzte Kleidung und ausdrücklich freigegebene Drucke | Textil und Veredelung müssen beide 40 °C erlauben |
| 60 °C und mehr | bestimmte Arbeits-, Hygiene- und Funktionstextilien | nur bei geprüfter Freigabe aller Komponenten |
Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass 20 bis 30 °C für viele normal verschmutzte Alltagstextilien ausreichen. Bei Erkrankungen, besonderen hygienischen Anforderungen, Unterwäsche, Handtüchern oder beruflich belasteter Kleidung können andere Empfehlungen gelten. Umweltbundesamt: Hygiene im Privathaushalt
Für bedruckte Arbeitskleidung ist deshalb schon bei der Bestellung wichtig, wie später gewaschen werden muss. Ein optisch passender Druck hilft wenig, wenn er die notwendige Waschtemperatur nicht verträgt. Textil, Garn, Farbe, Transfermaterial und Verarbeitung sollten für den vorgesehenen Pflegeprozess freigegeben sein.
Pflegehinweise nach Druckverfahren
Nicht jedes Motiv liegt auf dieselbe Weise auf dem Stoff. Genau daraus entstehen die wichtigsten Unterschiede bei der Pflege.

| Verfahren | Sichere Grundpflege | Besonderheit |
|---|---|---|
| DTG/Digitaldirektdruck | auf links, maximal 30 °C, Lufttrocknung | korrekte Vorbehandlung und Fixierung sind entscheidend |
| DTF/Transferdruck | auf links, maximal 30 °C, wenig Hitze | aufgebrachte Druckschicht und Kleber vor Hitze schützen |
| Flex/Flock | auf links, 30 °C, nicht direkt bügeln | einzelne Folien besitzen abweichende Freigaben |
| Siebdruck | 30 °C für lange Haltbarkeit; 40 °C nur bei Freigabe | Farbe und Aushärtung bestimmen die Belastbarkeit |
| Sublimation | maximal 30 °C als schonende Routine | Farbe steckt in der Polyesterfaser, keine aufgeklebte Schicht |
| Stickerei | auf links, Schonwaschgang, nicht auswringen | Garn, Textil, Vlies und Stickaufbau gemeinsam beachten |
DTG und Textil-Digitaldruck
Beim DTG-Druck wird Textiltinte direkt auf das Kleidungsstück gedruckt und anschließend fixiert. Für solche Motive empfehlen Hersteller und Dienstleister meist kalte beziehungsweise niedrige Temperaturen, Linkswaschen, ein mildes Waschmittel und Lufttrocknung.
Epson rät unter anderem von Bleiche, chemischer Reinigung und direktem Bügeln ab. Auch längere direkte Sonneneinstrahlung kann das Druckbild beeinträchtigen. Epson: Umgang mit bedruckten Shirts
Für aktuelle bedruckte T-Shirts im METEOR-Druckshop lautet die Pflegeempfehlung ebenfalls: auf links drehen, bei maximal 30 °C waschen, ohne Dampf bügeln und den Trockner für einen möglichst langlebigen Druck vermeiden. METEOR-Medien: T-Shirts
DTF und andere digitale Transfers
Bei DTF wird das Motiv zunächst auf eine Folie gedruckt und anschließend mit Kleber und Hitze auf das Textil übertragen. Das Ergebnis kann sehr detailreich und materialflexibel sein, bleibt aber eine fühlbare Schicht auf der Oberfläche.
Wasche DTF-Motive auf links bei maximal 30 °C und trockne sie möglichst an der Luft. Heißes Wasser, direkte Bügelhitze und hohe Trocknertemperaturen sollten vermieden werden. Printful empfiehlt für DTFlex unter anderem kaltes Waschen, Schonwaschgang, keinen Weichspüler und Bügeln ausschließlich von links, ohne das Motiv zu berühren. Printful: Pflegehinweise
Flex- und Flockdruck
Flexfolie erzeugt eine glatte, Flockfolie eine samtige Oberfläche. Beide Materialien werden mit Wärme und Druck aufgebracht. Für eine lange Haltbarkeit sind Linkswaschen, niedrige Waschtemperatur und möglichst wenig zusätzliche Hitze sinnvoll.
Viele Transferfolien verlangen nach dem Verpressen eine Ruhezeit von 24 Stunden vor der ersten Wäsche. Siser nennt diese Vorgabe beispielsweise für EasyWeed und StripFlock Pro. Gleichzeitig unterscheiden sich die zulässigen Temperaturen und Trocknereinstellungen je nach Produkt. Deshalb ist 30 °C die sichere allgemeine Empfehlung – eine höhere Temperatur nur mit Freigabe der konkret verwendeten Folie. Siser EasyWeed, Siser StripFlock Pro
Siebdruck
Ein korrekt ausgehärteter Siebdruck kann sehr robust sein. Dennoch gibt es auch hier keine universelle Temperatur, weil wasserbasierte Farben, Plastisol, Spezialeffekte, Textilien und Aushärtungsprozesse unterschiedlich reagieren.
Spreadshirt gibt für eigene Siebdruckprodukte beispielsweise bis zu 40 °C an, empfiehlt zugleich Linkswaschen, keinen Trockner, keine Bleiche und keinen Weichspüler. Für eine möglichst lange Motivhaltbarkeit bleiben 30 °C eine schonende Wahl; 40 °C sollten nur genutzt werden, wenn die konkrete Pflegefreigabe es erlaubt. Spreadshirt: Pflegehinweise
Sublimationsdruck
Bei klassischer Sublimation wird Farbstoff in Polyester übertragen. Es gibt keine aufgeklebte Folie, die sich an den Kanten lösen könnte. Das Motiv kann deshalb nicht auf dieselbe Weise abblättern wie ein Transferdruck.
Trotzdem entscheidet das Grundtextil über die Pflege. Printful empfiehlt für sublimierte Textilprodukte maximal 30 °C, keine Bleiche, keine chemische Reinigung und vorzugsweise Lufttrocknung. Beschichtete Tassen, Platten oder andere Sublimationsprodukte dürfen nicht mit sublimierter Kleidung gleichgesetzt werden.
Stickerei
Stickerei ist streng genommen kein Druckverfahren, gehört aber zu den häufigsten Formen der Textilveredelung. Bestickte Freizeitkleidung lässt sich häufig bei 30 oder 40 °C auf links waschen. Feuchte Stickereien sollten nicht stark gerieben, ausgewrungen oder gefaltet liegen gelassen werden.
Bestimmte Industriegarne können für deutlich höhere Temperaturen freigegeben sein. Daraus folgt aber nicht, dass jedes bestickte Poloshirt bei 60 oder 95 °C gewaschen werden darf. Das schwächste Element aus Textil, Garn, Untergarn, Vlies und Stickaufbau bestimmt die zulässige Pflege.
Wie lange sollte man vor der ersten Wäsche warten?
Eine pauschale Wartezeit gibt es nicht. Bei frisch verpressten Flex-, Flock- und verschiedenen Transfermotiven werden häufig mindestens 24 Stunden empfohlen. Andere Drucksysteme werden bereits während der Produktion vollständig ausgehärtet und können nach der vorgesehenen Frist gewaschen werden.
Bei fertig gelieferter Ware ist eine erforderliche Ruhezeit normalerweise bereits verstrichen. Wurde ein Textil gerade vor Ort veredelt oder selbst verpresst, solltest du die genaue Herstellerangabe beachten.
Bei DTG kann nach der Produktion ein leichter Geruch oder ein sichtbarer Rand der Vorbehandlung auftreten. Das bedeutet nicht automatisch, dass das Shirt sofort gewaschen werden muss. Entscheidend ist, ob die Tinte vollständig fixiert und das Kleidungsstück vom Anbieter für die Wäsche freigegeben wurde.

Darf bedruckte Kleidung in den Trockner?
Der Trockner ist nicht für jeden Aufdruck grundsätzlich verboten. Einige Anbieter erlauben eine niedrige Trocknereinstellung, andere schließen den Trockner ausdrücklich aus. Die wiederholte Kombination aus Wärme, Bewegung und Reibung ist für viele Motive jedoch belastender als das Lufttrocknen.
Für eine möglichst lange Haltbarkeit gilt daher:
- Lufttrocknung bevorzugen;
- Kleidung nach dem Waschen vorsichtig in Form ziehen;
- direkte starke Sonne vermeiden;
- Trockner nur bei ausdrücklicher Freigabe verwenden;
- im Trockner die niedrigste erlaubte Temperatur wählen;
- bedruckte Kleidung nicht „extra trocken“ überhitzen.
Darf man über einen Aufdruck bügeln?
Direkte Bügelhitze kann Druckfarbe, Folie oder Klebstoff beschädigen. Ein Motiv kann glänzend, wellig oder weich werden und im ungünstigen Fall am Bügeleisen haften.
Wenn das Pflegeetikett Bügeln erlaubt:
- Drehe das Kleidungsstück auf links.
- Wähle eine niedrige Temperatur.
- Lege bei Bedarf ein dünnes Baumwolltuch zwischen Textil und Bügeleisen.
- Bügle nicht lange auf einer Stelle.
- Vermeide Dampf, wenn der Druckanbieter ihn ausschließt.
Die Temperaturpunkte auf dem Pflegeetikett beziehen sich auf die zulässige Bügeltemperatur des Produkts. Sie sind keine Einladung, den Aufdruck direkt mit dieser Hitze zu behandeln.
Was tun, wenn der Druck bereits rissig wird oder sich löst?
Zuerst sollte geklärt werden, welche Art von Schaden vorliegt:

- gleichmäßiges Verblassen: kann durch häufige Wäsche, Reibung, UV-Licht, Bleiche oder hohe Temperaturen entstehen;
- feine Risse: können bei aufliegenden Druckschichten durch Hitze, Dehnung und Materialalterung begünstigt werden;
- abgehobene Kanten: sprechen bei Transfers häufig für ein Haftungsproblem oder eine ungeeignete Pflege;
- starkes Ablösen nach wenigen Wäschen: kann auf eine fehlerhafte Fixierung oder Verpressung hindeuten;
- verzogenes Motiv: kann durch starke Dehnung, zu hohe Hitze oder ungeeignete Trocknung entstehen.
Wasche das Kleidungsstück zunächst nicht weiter, fotografiere den Schaden und notiere, wie es gepflegt wurde. Bei einem neuen Produkt solltest du den Druckdienstleister kontaktieren. Ein eigenständiges Nachpressen mit Bügeleisen oder Transferpresse ist ohne Kenntnis des Materials riskant: Temperatur, Druck und Träger können falsch gewählt werden und den Schaden vergrößern.
Die häufigsten Pflege-Mythen
„Bedruckte Kleidung darf grundsätzlich nur bei 30 Grad gewaschen werden.“
30 °C sind ein sicherer Richtwert für eine lange Motivhaltbarkeit. Einige Siebdrucke, Folien und Industrie-Stickereien dürfen laut konkreter Freigabe wärmer gewaschen werden.
„Der Trockner zerstört jeden Aufdruck.“
Nicht automatisch. Manche Anbieter erlauben eine niedrige Trocknereinstellung. Lufttrocknung bleibt trotzdem die schonendste allgemeine Empfehlung.
„Pulverwaschmittel ist immer schlecht für Drucke.“
Nicht die Form allein entscheidet, sondern die Zusammensetzung. Vollwaschmittel enthalten häufig Bleiche. Ein bleichmittelfreies, geeignetes Color- oder Feinwaschmittel ist meistens die bessere Wahl.
„Jeder neue Druck muss 24 Stunden ruhen.“
Die Regel gilt für viele frisch verpresste Transferfolien, aber nicht automatisch für jedes Drucksystem. Maßgeblich ist die Vorgabe des verwendeten Materials beziehungsweise des Druckanbieters.
„Ein guter Textildruck hält garantiert 100 Wäschen.“
Eine pauschale Zahl ist nicht seriös. Haltbarkeit hängt von Druckverfahren, Motivfläche, Textil, Fixierung, Waschprogramm, Trocknung und Nutzung ab. Einzelne Hersteller veröffentlichen eigene Waschtests; deren Ergebnisse lassen sich nicht auf jedes andere Produkt übertragen.
„Wenn sich der Aufdruck löst, wurde immer falsch gewaschen.“
Nein. Frühzeitiges Ablösen kann auch auf ein Produktionsproblem hinweisen. Besonders bei neuen Textilien und korrekter Pflege sollte der Druckanbieter den Schaden prüfen.
Pflege-Checkliste zum Speichern
- Pflegeetikett und Druckhinweise gelesen
- Kleidungsstück auf links gedreht
- Reiß- und Klettverschlüsse geschlossen
- mit ähnlichen Farben sortiert
- Trommel nicht überladen
- 30 °C beziehungsweise niedrigste Freigabe gewählt
- Schon- oder Pflegeleichtprogramm eingestellt
- mildes, bleichmittelfreies Waschmittel dosiert
- auf Weichspüler und Bleiche verzichtet
- Wäsche nach Programmende entnommen
- Kleidungsstück vorsichtig in Form gezogen
- an der Luft und möglichst im Schatten getrocknet
- Aufdruck nicht direkt gebügelt
FAQ: Bedruckte Kleidung richtig waschen
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Fazit: Schonend waschen beginnt mit der richtigen Kombination
Wer bedruckte Kleidung lange tragen möchte, braucht keine komplizierte Spezialpflege. Auf links drehen, bei 30 °C im Schonwaschgang waschen, ein mildes bleichmittelfreies Waschmittel verwenden und an der Luft trocknen – damit liegst du bei unbekanntem Druckverfahren meist richtig.
Die wichtigste Regel steht aber noch davor: Pflege muss zum konkreten Textil und zur Veredelung passen. 30 °C sind ein sinnvoller Standard, keine Universalpflicht. Für Arbeitskleidung, häufige Wäsche oder besondere hygienische Anforderungen sollte die spätere Pflege deshalb bereits bei der Auswahl von Textil und Druckverfahren mitgedacht werden.
Du möchtest langlebige Teamwear, Merch, Vereinskleidung oder ein persönliches Einzelstück gestalten? Im Textil-Konfigurator von METEOR-Medien beschreibst du Einsatz, Textil, Motiv und gewünschte Haltbarkeit. Wenn dein Motiv noch entwickelt oder druckgerecht überarbeitet werden soll, begleitet dich unser Designservice von der Idee bis zur produktionsfähigen Gestaltung.
Quellen und weiterführende Informationen
- GINETEX: Pflegekennzeichnung
- GINETEX: Pflegesymbole und zulässige Behandlungen
- GINETEX: Clevercare – Kleidung schonend pflegen
- Umweltbundesamt: Waschtemperaturen
- Umweltbundesamt: Hygiene im Privathaushalt
- IKW: Tipps zum schonenden Wäschewaschen
- Printful: Pflegehinweise nach Veredelungsart
- Printful: Hinweise zu einzelnen Druckverfahren
- Epson: Umgang mit DTG-bedruckten Shirts
- Epson: Fixierung von Textiltinte
- Siser: Pflege von EasyWeed-Flexfolie
- Siser: Pflege von StripFlock Pro
- Spreadshirt: Pflege bedruckter und bestickter Textilien
- Umweltbundesamt: Waschmittel richtig auswählen
- METEOR-Medien: Pflegehinweise für bedruckte T-Shirts
